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Eingewöhnung im Chinderhuus Tortuga

Die Anzahl Eingewöhnungstage sollte sich einzig und allein nach dem Kind richten.

 

Die Eingewöhnung besteht aus 4 Phasen.

Phase 1

In der ersten Phase geht es darum, dass sich das Kind zusammen mit der Hauptbezugsperson im Chinderhuus aufhält. Diese erste Phase dauert drei Tage und die Besuche sind jeweils auf max.2 Stunden beschränkt. Es geht um eine erste Kontaktaufnahme zur Betreuungsperson und um das Kennenlernen der neuen Umgebung. Das Kind kann allmählich Vertrauen gewinnen und es erhält Sicherheit und Orientierung. Die Tagesmutter hält sich in dieser Phase am Anfang noch zurück, doch übernimmt mit der Zeit immer mehr betreuerische Aufgaben und stellt dadurch den ersten Kontakt zum Kind her.

Phase 2

Nach Ablauf der ersten drei Tage stellt sich langsam heraus, ob eine kurze oder längere Eingewöhnungszeit nötig ist. Entscheidend dafür ist das Verhalten des Kindes in Bezug auf die Ablösung des Elternteils. Bewegt es sich weg von der Mutter oder vom Vater, nimmt es Kontakt zur Betreuungsperson auf, ist es am spielen Interessiert?

In der zweiten Phase findet auch der erste Räumliche Trennungsversuch von Bezugsperson und Kind statt. Dieser gibt weitere Anhaltspunkte über die Dauer der Eingewöhnungszeit. Der Elternteil verlässt den Raum, jedoch auf keinen Fall die Chinderhuus.

Nimmt das Kind den Weggang von Mutter/Vater wahr, widmet sich dann aber wieder dem Spiel, können weitere Trennungsversuche unternommen werden (Phase 3 beginnt).

Sobald das Kind auf den Weggang mit Unwohlsein oder Weinen reagiert und sich von der Betreuungsperson nicht trösten lässt, muss die Bezugsperson wieder zurückkehren (Rückkehr zu Phase 1 ).

Phase 3

In dieser Phase, die 6-15 Tage dauern kann, soll das Kind den Kontakt mit der Betreuungsperson vertiefen und Sequenzen (Rituale) im Institutionsalltag besser kennenlernen. Es tritt auch immer mehr in Kontakt mit anderen Kindern. Die Trennungszeiten werden verlängert.

Phase 4

Hier endet die Eingewöhnungszeit. In der Phase 4 ist eine gute Beziehung zwischen Kind und Betreuungsperson erkennbar. Das Kind lässt sich mühelos von der Betreuungsperson trösten und fühlt sich in der Institution wohl.

Wichtig in dieser Phase ist, dass die Bezugsperson weiterhin (telefonisch) erreichbar bleibt und ein umfassender Austausch über das Verhalten des Kindes zwischen den beteiligten Personen stattfindet.

Allgemeine nützliche Infos

Eine Methode, mit der Kinder Trennungen von Eltern überwinden, ist das „Nuscheli“(kann auch ein Teddibär oder T-Shirt von der Bezugsperson/ Elternteil sein). Das „Nuscheli“ bezeichnet man als Übergangsobjekt. Das Übergangsobjekt ist das erste Nicht-Ich-Objekt.Es gehört auch nicht eindeutig in die Welt der äusseren Objekte, wie Mutter, Bett und Licht. Es eröffnet einem vom Säugling selbst erschaffene Zwischenraum. Sie erlöst ihn zeitweise vom inneren Druck.

Es ist ein Gegenstand, der auf der symbolischen Ebene die Mutter repräsentiert. Wenn die Hauptbezugsperson weggeht, so tröstet sich das Kind mithilfe dieses Gegenstands, bis sie wieder zurückkommt. Mit Hilfe der Fähigkeit zur Symbolisierung gelingt es dem Kind, die Trennung besser auszuhalten, weil es etwas hat, das auch ein bisschen auch so wie die Bezugsperson ist.

Eingewöhnungsprobleme

Kleinkinder sind überfordert, wenn sie die Umstellung in eine fremde Umgebung ohne die Begleitung der Eltern bewältigen müssen.

Ist in einer Situation, in der das Kind Angst und Verunsicherung empfindet, keine Bezugsperson (Eltern) anwesend, kann dies beim Kind zu lange andauernde Weinperioden und psychischen Störungen führen.

Fehlende oder zu kurze Begleitung der Eltern bei der Eingewöhnung kann gemäss einer Untersuchung folgende Auswirkungen zeigen.

Die Kinder

  • sind in den ersten Monaten 3 mal häufiger krank
  • weisen nach einigen Monaten deutliche Entwicklungsrückstände auf
  • zeigen stärkere Verunsicherung

Schlussfolgerung

Die Eingewöhnungszeit in das Chinderhuus Tortuga muss von einem Elternteil für einige Tage begleitet werden. Die Dauer der Begleitung durch die Eltern hängt davon ab, wie lange das Kind dazu die Anwesenheit der Eltern tatsächlich benötig